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Leistungsdruck beginnt schon ab dem ersten Schultag

  • kappellertanja
  • 13. Apr. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Apr. 2023

Eine Mutter erzählt......


Da freut sich die kleine Lilly schon sehr auf die Schule, ab vom Kindergarten in die neue spannende Welt der Buchstaben und Zahlen. In den Sommerferien werden schon die Tage gezählt ( es gleicht einem Countdown ) bis es denn endlich losgehen kann und man endlich zu den "großen" gehört .


Da steht er nun an, der erste Schultag, die Aufgregung, das gegenseitige Beschnuppern und die Hoffnung schnell neue Freunde zu finden. Ab in die Klasse, dort wird nicht schlecht gestaunt wie groß so eine Tafel ist, wieviele Sitzplätze vorhanden sind und diese Namensschilder die einem zeigen wo man denn sitzen wird. Lilly hat Glück, sie sitzt neben einem sehr netten Mädchen mit dem sie sich auf Anhieb gut versteht.


Erleichterung auch bei den Eltern das alles gut geklappt hat und auch wir mit einem lachendem und auch weinenden Auge unsere Kinder in vollem Vertrauen in dieses neue Abenteuer schicken dürfen ........


So schön wie alles begann, so schnell wurde es für uns Eltern zu einer extremen Belastungsprobe !


Nur einige Tage waren vergangen bis wir schon die erste Einladung in die Schule zu einem Elterngespräch erhielten.


Es hieß Lilly wäre zu 'langsam', zu langsam Buchstaben zu lernen oder sie richtig zuordnen zu können. Es war gerade mal ein Monat Schule und wir bekamen schon die Empfehlung einer Überlegung Lilly eventuell in die Vorschule zu schicken.

Meine Empörung war mir in das Gesicht geschrieben aber ich versicherte der Lehrerin das wir uns zu Hause sehr bemühen würden diese "Defizite" aus der Welt zu schaffen.


Wir waren sehr bemüht mit empfohlenen Übungen Lilly eine Unterstützung zu sein und es klappte gut bzw wäre uns nicht aufgefallen das sie diese wirklich benötigte doch wir beugten uns dieser Bitte.


Wir hatten ein gutes Gefühl, ein sehr gutes Gefühl und waren überzeugt davon das dies nur Startschwierigkeiten waren. Lilly ging gerne zur Schule und erzählte immer sehr freudig von dem erlebtem und neu gelerntem.


Nun vergingen nicht viele Tage und erneut bekamen wir eine Einladung der Schule zu einem Gespräch mit einer Betreuungslehrerin. Ich hatte Herzrasen und es kamen mir viele unschöne Gedanken in den Kopf.


Bis zu dem Tag X war mir sehr unwohl und ich war Kampf bereit. Nichts würde ich heute so stehen lassen wie es mir erzählt wird.


Angekommen in der Schule wurde ich von der Lehrerin und der Betreuungslehrerin in Empfang genommen. Zurückgezogen in einem kleinen Raum wurden mir Beobachtungen meiner Tochter eröffnet die mich fast übergeben ließen. Von einer angeblichen Wahrnehmungsstörung bishin zu einem Drängen zur Ergotherapie war alles dabei. Kein Stein blieb auf den anderen. Ich war außer mir und argumentierte das meine Tochter im Beisein eines fremden Erwachsenen schüchtern ist und aus Angst etwas falsch zu machen nicht in ihr ganzes Potenzial kommt. Darauf wurde nicht eingegangen sondern es wurde nur belächelt.


Nun ging ich aus der Situation mit dem Gedanken eine schlechte Mutter zu sein, irgendwas übersehen zu haben, mein Kind zu wenig gefördert zu haben ....


Diesen Frust brachte ich in die Beziehung, projizierte die Schuld auf meinen Partner, übte Druck auf Lilly aus und machte mich selbst extrem verrückt.


Aus einem nicht nachvollziehen können, besorgte ich mir auf eigene Faust genau diese Übungszettel die Lilly in der Schule laut Lehrer vermasselt hatte und siehe da, alles hat bestens geklappt :)


Nun können wir woanders ansetzen und Rituale schaffen die Lilly im Umgang mit fremden Menschen mehr Sicherheit geben.



Mein Fazit,

Leistungsdruck beginnt nach meiner Erfahrung schon ab dem ertsen Schultag. Funktioniert das Kind nicht so wie die Lehrer es sich wünschen wird gleich eine Diagnose gestellt die dann weite Kreise um sich zieht. Ich sage nichts gegen aufmerksame Lehrkräfte die über einen längeren Zeitpunkt Kinder beobachten und konstruktiv mit den Eltern kommunizieren aber ich halte nichts von Lehrer die keine Emphatie besitzen und darauf gedrillt sind die Kinder so schnell wie möglich auf Biegen und Brechen auf den gleichen Bildungsstand zu bringen.


Bitte nicht vergessen,

JEDES KIND KANN LERNEN,

IN SEINEM EIGENEM TEMPO !


 
 
 

1 Kommentar


ebnerdominique4
14. Apr. 2023

Super geschrieben!! 👍🏻

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